Falsche Vorbilder? – Baumpatenschaften in Panketal kommen nicht in Gang (10.05.2008)

Foto: Andreas Neumann
In der heutigen Ausgabe der Märkischen-Oderzeitung (Barnim-Teil) wand sich Panketals Bürgermeister Rainer Fornell mit einem an sich vernünftigem Aufruf an „sein Volk“.
Der Verwaltungschef bat die Bevölkerung Patenschaften für Straßenbäume zu übernehmen.
Das macht Sinn, denn besonders jungen Bäumen machen heiße und trockene Sommer schwer zu schaffen. Einige Eimer Wasser aus der Nachbarschaft können da schon helfen. Im vergangenen Jahr verhallte ein vergleichbarer Appell allerdings fast ungehört.
Gestern ist nun die Landtagsabgeordnete Britta Stark mit gute Bespiel vorangegangen und hofft auf eine entsprechende Vorbildwirkung.
Wir können gespannt sein ob es hilft, denn sowohl Stark als auch Fornell haben bei Baumfreunden einen mehr als zweifelhaften Ruf.
Da ist zunächst Rainer Fornell; erklärter Gegner einer wirksamen Baumschutzverordnung, jahrelang erbitterter Kämpfer gegen den Erhalt des heute so beliebten Robert –Koch-Parks und immer zur Stelle wenn es galt für die Rodung vitaler Bäume zu stimmen.
Ortsbürgermeisterin Britta Stark steht „dem Chef“ in nichts nach. Sie gilt als „politische Mutter“ der im Jahr 2004 novellierten Brandenburger Baumschutzsatzung deren Auswirkungen (was Panketal angeht) bislang ca. 60 % der Bäume auf privatem Grund zum Opfer fielen.
Dieser Fakt bedingt eventuell ein Glaubwürdigkeitsproblem denn man wird das Gefühl nicht los, dass hier zwei , völlig zu Recht verschriehende, „Holzfäller“ im Vorfeld der Kommunalwahlen auf eine Imagekorrektur schielen
Zudem ergibt sich die berechtigte Frage warum eine Gemeinde, die ohne Not und oft gegen erheblichen Widerstand der Anwohner ihren Alleenbestand opfert nun auch noch die Pflegekosten der Nachpflanzungen den Bürgern „überhelfen“ will.
Das die Panketaler durchweg ignorant reagieren ist allerdings nicht zu befürchten.
Bündnis 90/die Grünen haben sich des Problems bereits seit mehreren Jahren angenommen. Bislang stießen unsere Handzettel und daraus entstandene Gespräche auf eine durchaus positive Resonanz.
Dennoch bleibt die ernüchternde Erkenntnis das, abgesehen von Britta Stark, bislang lediglich ein einzelner Herr aus der Ganghofer Straße dem Ruf des „grün getünchten“ Bürgermeisters folgte
Hier wohnt Vizelandrat Carsten Bockhardt, dem im vergangenen Jahr der Negativpreis „Goldene Kettensäge“ verliehen wurde.




